Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich.
Hrsg. von Peter R. Frank und Murray G. Hall.
Wien: Edition Praesens (Band 1-3).
Wiesbaden: Harrassowitz-Verlag (ab Band 4)
Band 1: Alena Köllner: Buchwesen in Prag.
Band 2: Carl Junker: Zum Buchwesen in Österreich.
Band 3: Ingeborg Jaklin: Das österreichische Schulbuch im 18. Jahrhundert. Aus dem Wiener Verlag Trattner und dem Schulbuchverlag (2003)
Band 4: Buchwesen in Wien 1750-1850. Kommentiertes Verzeichnis der Buchdrucker, Buchhändler und Verleger
Band 5:
Johannes Frimmel/Michael Wögerbauer (Hrsg.): Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert.
Band 6: Katharina Bergmann-Pfleger: Geschichte der Universitätsbibliothek Graz 1938 – 1945.
Band 6: Katharina Bergmann-Pfleger: Geschichte der Universitätsbibliothek Graz 1938 – 1945. Wiesbaden : Harrassowitz , 2011. ISBN: 978-3-447-06569-6. (= Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich, Bd. 6) € 64,- (D)
Katharina Bergmann-Pfleger leistet mit ihrer Geschichte der Universitätsbibliothek Graz 1938–1945 einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der Geschichte österreichischer wissenschaftlicher Bibliotheken während des Dritten Reiches. Anhand eines intensiven Quellenstudiums der Aktenbestände des Archivs der Universitätsbibliothek Graz, des Archivs der Universität Graz, des Steiermärkischen Landesarchivs und des Österreichischen Staatsarchivs (Unterrichtsministerium) werden die Auswirkungen des NS-Regimes und des II. Weltkrieges auf die Grazer Bibliothek beleuchtet. Thematische Schwerpunkte bilden neben der einleitenden Darlegung von Rahmenbedingungen Darlegung von Rahmenbedingungen (Stellung der Universität Graz im NS-Hochschulwesen, Grundzüge der NS-Bibliothekspolitik) die Personalpolitik, die Erwerbungs- und Bestandspolitik sowie der Bibliotheksbetrieb, wobei vor allem das Alltagsgeschehen in den Blick genommen wird. Dass die NS-Zeit nicht als längst vergangene und abgeschlossene Epoche angesehen werden darf, zeigt sich insbesondere an der für die Erwerbungen von 1938 bis 1945 durchgeführten Provenienzforschung. Die Autopsie von rund 13.000 Büchern und die Auswertung der festgestellten Provenienzspuren brachte zutage, dass sich auch heute noch eine Vielzahl unrechtmäßig erworbener Druckschriften von ehemals durch das NS-Regime verfolgten Personen bzw. Institutionen im Bestand der Universitätsbibliothek Graz befindet. Um der Universitätsbibliothek Graz weiterführende Forschungen sowie Restitutionen zu ermöglichen wurde ein Provenienzverzeichnis erstellt, welches sowohl eindeutiges als auch mutmaßliches Raubgut ausweist.
Band 5:
Johannes Frimmel/Michael Wögerbauer (Hrsg.): Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Habsburgermonarchie. Mit einer um Informationen zur Verteilung der Befugnisse, Adressen und Biographien wesentlich erweiterten Fassung im PDF-Format auf CD-ROM. Wiesbaden: Harrassowitz 2009. ISBN: 978-3-447-05918-3. € 58,- (D)
Im Europa des 18. bis 20. Jahrhunderts nimmt die Habsburgermonarchie eine besondere Stellung ein. Unter einer Herrschaft lebten verschiedene Nationen und Ethnien zusammen, mit ihren verschiedenen Sprachen, Religionen und kulturellen Traditionen. Im 18. Jahrhundert veranlasste der absolutistische Staat eine Reihe von Maßnahmen, um das Herrschaftsgebiet zu modernisieren und zu vereinheitlichen. Die Förderung des Buchwesens war ein wichtiger Bestandteil dieses von Ernst Wangermann als "Austrian Achievement" bezeichneten Reformprogramms. Innerhalb weniger Jahrzehnte vervielfachte sich die Anzahl der Firmen und die Buchproduktion. Die Erforschung dieses Buchwesens, das Information, Wissen und Bildung überwiegend vermittelte, stand im Mittelpunkt der Wiener Tagung "Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert: Das Beispiel der Habsburgermonarchie", deren Beiträge hier gesammelt vorliegen. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem vielsprachigen und transnationalen Charakter der habsburgischen Buchgeschichte.
Band 4: Peter R. Frank, Johannes Frimmel:
Buchwesen in Wien 1750-1850
Kommentiertes Verzeichnis der Buchdrucker,
Buchhändler und Verleger
Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich 4
2008. XVIII, 301 Seiten, 27 Abb., 1 CD-ROM, gb
ISBN 978-3-447-05659-5
Ca. € 72,− (D) / sFr 122,−
Vor Radio und Fernsehen beherrschten über 500 Jahre lang Druckwerke das öffentliche Leben. Sie waren zwar nicht das einzige, jedoch das dominante Medium für Information und Kommunikation. – mit Büchern, Broschüren, Flugblättern, Zeitungen und Zeitschriften. Sie versorgten Höfe und Adelige wie die Masse der Bevölkerung: Beamte, Kaufleute, Handwerker, Bauern mit den neuesten Nachrichten, boten Stoff für Erziehung, Bildung und Unterhaltung. Durch Bücher und Periodica wurden die medizinischen, ökonomischen, naturwissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse verbreitet, dem Gedanken der Aufklärung die Bahn geöffnet. Deshalb ist die Geschichte des Buchdrucks, Buchhandels und der Verlage mit ihren Programmen ein unabdingbarer Teil der Kulturwissenschaften.
Mit Buchwesen in Wien liegt die erste umfassende Dokumentation aller Buchhandelsfirmen für eine europäische Großstadt vor, für den Zeitraum von 1750-1850. In dieser bislang wenig erforschten Periode erfuhr der Buchhandel in Österreich durch die Maria-Theresianischen Reformen, besonders durch die Lockerung der Zensur durch Joseph II. einen entscheidenden Aufbruch – die Gedanken der Aufklärung wurden in Broschüren und Periodica, in Oper und Theater einem wachsenden Kreis der Bevölkerung nahe gebracht.
Einführende Texte zu den einzelnen Firmen weisen auf die Breite und Vielfalt der Produktion und des Handels hin, mit Büchern. Almanachen, Kalendern, Zeitungen, Zeitschriften in den über 14 Sprachen der Monarchie – von Armenisch über Hebräisch bis zu Ungarisch -, dazu Englisch, Französisch, Spanisch, mit Musikalien und Landkarten. Deshalb verzeichnet der Band auch Kunst- und Musikalienhändler, dazu Buchbinder, Lithographen, Kupferdrucker, Leihbüchereien und Lekturkabinette. Der Text wird durch mehrere Register erschlossen. Eine CD-ROM enthält zusätzliches Material.
Wie in einem Brennpunkt spiegelt sich in Wien die ethnische Vielfalt der habsburgischen Monarchie mit Produktion und Handel wider. Damit bahnten sie dem deutschen Buchmarkt auch den Zugang zum Osten, zum Balkan bis in den Vorderen Orient.
Weitere Bände für Prag sowie für Preßburg/Buda-Pesth werden folgen.
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Band 3:
Ingeborg Jaklin: Das österreichische Schulbuch im 18. Jahrhundert aus dem Wiener Verlag Trattner und dem Schulbuchverlag. Wien: Edition Praesens 2003. ISBN 3-7069-0213-3, Hardcover, 24 x 17 cm, 299 Seiten. EUR-A 40,00; EUR-D 38,90
(Für Mitglieder: [A] € 30,- [D] € 29,20.)
Schulbücher, zumal der Grundschulen, sind Gebrauchsgegenstände. Beschrieben und zerschlissen werden sie nur selten aufbewahrt. Bibliotheken hatten an dieser Gattung lange Zeit kein Interesse. Das sind schlechte Voraussetzungen für die historische Schulbuchforschung, die bisher nur mäßiges Interesse fand. Umso bemerkenswerter ist der Versuch des Buches von Jaklin, diesen Bereich aufzuhellen.
Als Maria Theresia am 6. Dezember 1774 ihre Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen Kaiserl.Königl. Erbländern erließ, war dies ein revolutionärer Schritt zur Modernisierung des Schulwesens in Österreich. Die Aufsicht über die Schulen, die bis dahin von der Kirche, den Jesuiten ausgeübt wurde, ging auf den Staat über. Diese Schulreform, vorangetrieben vor allem mit Hilfe von Johann Ignatz von Felbiger aus Preussisch-Schlesien und anderen, zielte darauf ab, den allgemeinen Bildungsstand in der Monarchie zu heben. Im Zug der anderen Reformen sollten den künftigen Bürgern und Bürgerinnen Kenntnisse des Schreibens, Lesens und in anderen Wissensfächern beigebracht, der Analphabetismus abgebaut werden. Welche Bedeutung Maria Theresia dabei den Schulbüchern beimaß zeigt sich daran, dass sie schon zwei Jahre vor der Schulreform, 1772, die Gründung eines Schulbuchverlages verfügt hatte.
Zwei Verlage spielten in diesem Prozess eine entscheidende Rolle: Der von Johann Thomas von Trattner und der Schulbuchverlag. Der mit vielen Privilegien ausgestattete Buchhändler, Drucker, Nachdrucker und Verleger Trattner produzierte schon seit 1752, 1753 die Lehrbücher der höheren Schulen. Dem Schulbuchverlag sollte die Herstellung und der Vertrieb der Elementarschulbücher obliegen.
In einer weit ausgreifenden Studie gibt die Autorin Ingeborg Jaklin zuerst einen Überblick über den Buchdruck im Wien und das Schulwesen in Österreich im 18. Jahrhundert. Sie beleuchtet dann die verschiedenen Einflüsse durch den Bildungsbegriff der Aufklärung in Frankreich, Deutschland und Italien und ihre Rolle im absolutistischen Staat im 18. Jahrhundert. Es folgt eine kurze Darstellung der verschiedenen Schultypen in Österreich bis hin zu Leopold II. und Franz II./I. In dieses breite Umfeld wird dann die geschichtliche Entwicklung der Schulbücher eingebettet.
Herzstück der Untersuchung ist indessen die Produktion der Verlage Trattner und des Schulbuchverlages. Der Schulbuchverlag wurde nach einem Vorschlag des Rektors der Wiener Stadtschulen, Joseph Meßner, gegründet. Seine Aufgabe war es, einheitliche und zugleich billige Schulbücher zuerst für die österreichischen Erblande, dann für die gesamte Monarchie herzustellen und zu vertreiben.
Es folgt eine eindringliche Darstellung Trattners als „Schulbuchmonopolist“ vieler Lehrbücher. Seine Produktion wird den Anforderungen der staatlichen Verordnungen und den Lehrplänen und Curricula von Giovanni Battista de Gaspari und Gratian Marx gegenübergestellt.
Die Druckorte und Niederlagen Trattners und des Schulbuchverlages im Bereich der habsburgischen Monarchie werden auf einer Karte gezeigt. Im Anhang findet sich eine Liste von Lehrbüchern aus Trattners Verlagskatalogen. Der Band ist mit Illustrationen ausgestattet, enthält eine Bibliographie der Sekundärliteratur und wird durch ein vierfaches Register (Firmen, Personen, Orte, Sachen) erschlossen.
Diese Studie, die mit einer Fülle von Fakten und Titel Neuland erschließt, bietet eine Basis für weitere Einzelstudien und Analysen. Sie sollte nicht nur für Buchforscher und im weiteren Bereich für die Kinder- und Jugendliteratur von Interesse sein, sondern auch für Kulturwissenschaftler, Pädagogen, Historiker und Soziologen.
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PRAESENS-VERLAG
Wehlistraße 154/12
A-1020 Wien
Österreich
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Band 2:
Carl Junker: Zum Buchwesen in Österreich
Gesammelte Schriften 1896-1927. Ed. Murray G. Hall. Vienna: Edition Praesens
2001. ISBN 3-7069-0058-0, Hardcover, 23 x 16 cm., 677 S. € 64,- [A], €
62,30.- [D] Subskriptionspreis € 56,-.
Wer sich heute mit der Geschichte des Buchwesens in Österreich
befassen will, kommt um die Publikationen von Carl Junker nicht herum.
Man kann ohne weiteres die Worte Junkers, die auf die Österreichisch-ungarische
Buchhändler-Correspondenz, seit 1860 das offizielle Organ der österreichischen
Buchhändler, gemünzt waren, auf seine Veröffentlichungen
beziehen: „Die 50 Bände, die jetzt vorliegen, mag man über vieles
darin noch so ungünstig urteilen, sind für den künftigen
Kulturhistoriker, der sich mit der Geschichte unseres Buchhandels beschäftigen
wird, ein standard-work, auf das er immer wieder wird zurückgreifen
müssen.“
Mit seinen Arbeiten über den österreichischen Buchhandel bzw. das
österreichische Verlagswesen leistete Carl Junker einen Beitrag, der bis
heute – mehr als 60 Jahre nach seinem Tod – seinesgleichen sucht. Der Stand
der Forschung bei seinen Artikeln und Abhandlungen, seinen Monographien, ist
vielfach noch der von heute. So manches Material, das als Grundlage seiner Studien
diente, steht uns heute nicht mehr zur Verfügung, sodass seine Ausführungen
gleichsam zum Quellenmaterial mutiert sind. Seine kleine Glosse "Die Katastrophe
in Wien" z.B. berichtet authentisch über den Verlust von unersetzlichen,
grundlegenden Dokumenten und Akten aus dem Bestand "Staatsarchiv des Innern
und der Justiz", die im Justizpalast untergebracht waren und dem Brand zum Opfer
fielen. Darunter befanden sich u.a. sämtliche Zensur- und Polizeiakte von
der josefinischen Zeit bis ans Ende des vorigen Jahrhunderts. Verloren gingen
auch an die hundert Aktenfaszikel, die sich ausschließlich auf das Zeitungswesen
bezogen. Darunter waren auch Unterlagen zur Geschichte des Buchhandels. Wie
Junker berichtet, blieb von den ca. 10.000 dicke Aktenbündel und Kartons
umfassenden Sammlungen fast gar nichts übrig.
Die vorliegende Ausgabe umfasst sämtliche einschlägige selbständige
Publikationen Junkers. Das schließt gewichtige Monographien über
die Firmen Gerold, Hölder-Pichler-Tempsky und Friedrich Jasper genauso
wie seine kritische Analyse über den Stand des Urheberrechts in Österreich-Ungarn
zur Jahrhundertwende und seine materialreiche Studie zur österreichischen
Pressegeschichte ein.
Carl Junker wurde am 18. August 1864 als Sohn des gleichnamigen Architekten
Carl (1827-1882), des Erbauers der ersten Wiener Wasserleitung sowie des
Schlosses Miramare bei Triest, in Wien geboren. Carl Junker besuchte in
Wien die Realschule und das Gymnasium, im Wintersemester 1884/85 begann
er mit dem Jus-Studium. Danach unternahm er ausgedehnte Studienreisen,
die ihn nach Deutschland, Italien, Frankreich, England, Holland und in
die Schweiz führten. Er reiste auch nach Brüssel, um an der
Gründungstagung des Institut international de bibliographie teilzunehmen
und wurde kurz darauf dessen Sekretär für Österreich. Ab
1897 und bis 1921 war er als Konsulent zuerst des Vereins der österreichisch-ungarischen
(später: österreichischen) Buchhändler. Er fungierte auch
als Vize-Präsident der Union der Korrespondenten der auswärtigen
Presse in Wien sowie als Schriftführer des Zentralvereins der Zeitungsunternehmungen
Österreichs. Sieht man von einer Unterbrechung in den Jahren 1902-1904
ab, ist Junker auch Redakteur des buchhändlerischen Fachorgans, die
Österreichisch-ungarische Buchhändler-Correspondenz (nach dem
Krieg: Buchhändler-Correspondenz, ab 1922 Anzeiger des österreichischen
Buch-, Kunst- und Musikalienhandels). Er arbeitet auch als Redakteur der
Österreichischen Rundschau. Sein besonderer Einsatz vor der Jahrhundertwende
gilt der Einführung der Dezimalklassifikation im Bibliothekswesen.
Er entwickelte eine rege, manchmal mit einem missionarisch Eifer erfüllte
publizistische Tätigkeit. Mit manchen frühen Arbeiten – teilweise
sind es Auftragsarbeiten – will er überzeugen und informieren. Die
Themen, die er engagiert behandelt, werden zu persönlichen Anliegen,
so z.B. die Weigerung Österreich-Ungarns, der Berner Convention beizutreten,
Er geißelt dieses Verhalten und schildert die fatalen Konsequenzen,
die diese Abstinenz für Künstler und Literaten hat. Er setzt
sich für die Konzessionspflicht und den festen Ladenpreis ein und
macht den ersten Versuch – trotz der Widrigkeiten der Zeit – eine österreichische
Nationalbibliographie zu erstellen. Von unschätzbarem dokumentarischem
Wert sind seine historischen Beiträge über die Standesvertretung.
Er ist es, der die Geschichte und Entwicklung des Vereins der österreichisch-ungarischen
Buchhändler (1899) sowie der Korporation der Wiener Buch-, Kunst-
und Musikalienhändler (1907) in zwei höchst informativen Festschriften
aufzeichnet und nach dem Weltkrieg Gedanken über die Reorganisation
des Buchhandels zu Papier bringt. Findet eine Buchausstellung statt, wird
nicht selten, wie für Paris im Jahre 1900 oder für die Bugra
in Leipzig 1914, Junker eingeladen, mit seinem Fachwissen einen entsprechenden
Katalogbeitrag zu liefern. Carl Junker starb 1928, noch bevor er eine
Geschichte wichtiger österreichischer Buchhandlungen zum Druck befördern
konnte. Auch diese Texte werden in den vorliegenden Band, der durch fünf
Register (Personen-, Firmen-, Sach- und Ortsregister, Zeitungen und Zeitschriften)
erschlossen wird, aufgenommen.
Band 1:
Alena Köllner: Buchwesen in Prag.
Von Václav M. Kramerius bis Jan Otto. Wien: Edition Praesens 2000. ISBN
3-7069-0041-6, Hardcover, 23 x 16 cm., 178 S., 24 Ill., 4 Beil. Subskriptionspreis
für Mitglieder: € 29,- statt € 36,- [A], € 35,- [D]
Prag war bis 1918, nach Wien, die wichtigste Buchhandels-, Druck- und Verlagsstadt
der Monarchie. Mit einer umfangreichen deutschsprachigen, dann tschechischen
und hebräisch-jüdischen Produktion war Prag ein Beispiel für
den multiethnischen Charakter der habsburgischen Monarchie. In der Mitte von
Leipzig und Wien gelegen, vermittelte Prag zwischen dem deutschen und dem österreichischen
Buchhandel.
Das Spektrum der Darstellung von Köllners Werk ist weit gespannt:
von Bevölkerungsstatistiken, der sozialen Schichtung, der Schulbildung
und Lesefähigkeit, dem Nachdruck, von Lesekabinetten und Leihbibliotheken
bis zu Hinweisen auf wichtige Autoren und Werke in den Verlagsprogrammen
(Bolzano, Dobrowsky, Doppler u.v.a.). Breiter Raum wird dem allmählichen
Wiedererstarken des tschechischen Buchhandels- und Verlagswesens von Kramerius
bis zu Jan Otto gewidmet, sowie den Auseinandersetzungen zwischen den
deutschösterreichischen und tschechischen Standesvertretern. Daß
gerade der Buchhandel entscheidend zur „tschechischen Erneuerung“, zum
nationalen Erwachen beigetragen hat, wird hier zum ersten Mal ausführlich
dokumentiert. Der Text wird ergänzt durch ein Verzeichnis der etwa
zwischen 1780 bis 1850 in Prag wirkenden Buchdrucker, -händler und
Verleger, mit Firmendaten und weiterführender Literatur. Ein Firmen-,
Personen- und Sachregister schließen das Werk auf.
Seit Josef Volfs knappem Aufriss von 1928 (im Rahmen der Geschichte des
Buchdrucks Böhmens und Mährens, wobei der Buchhandel unberücksichtigt
blieb) fehlte eine Studie des Buchwesens in Prag. In dem Werk von Köllner
wird jetzt zum ersten Mal das Buchwesen in Prag von der Aufklärung
bis zum Liberalismus unter Franz Joseph I ausführlich und detailliert
dargestellt. Damit wird eine Lücke in der Buchgeschichte Österreichs
geschlossen.
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